Das sind die Qualitätskriterien bei Diamanten

Diamanten

Diamanten sehen nicht nur wahnsinnig schön aus, sie können auch einiges an Geld wert sein. Doch selbst zwei gleich große, auf den ersten Blick identisch wirkende Diamanten können sich in ihrem Wert stark unterscheiden. Wichtig ist nämlich nicht nur die Größe des Steins, sondern auch dessen Farbe, Reinheit und Schliff. Mit diesen vier Kriterien lässt sich die Qualität eines Diamanten zweifellos feststellen – worauf es bei jedem einzelnen Kriterium genau ankommt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Gewicht

Das Gewicht eines Diamanten wird mit der Bezeichnung “Karat” erfasst. Ein metrisches Karat (kurz “ct.” oder “Kt.”) wiegt 0,20 Gramm. Üblicherweise werden Diamanten bis auf ein Tausendstel eines Karats gemessen.

Allerdings ist das Karatgewicht nicht allein für den Wert eines Diamanten entscheidend. Auch lässt das Karatgewicht nicht zwangsläufig auf die Größe eines Diamanten schließen – hier kommt es vor allem auf den Schliff an.

Schliff

Schliffformen Diamanten

Der bekannteste Schliff für einen Diamanten ist der Brillantschliff. Daneben gibt es allerdings noch eine Vielzahl anderer Schliffformen. Diese sollen die besonderen Facetten des einzelnen Diamanten besonders hervorbringen. Je nach den Eigenschaften des ungeschliffenen Diamanten sowie nach den Ansprüchen, die an das Schmuckstück gestellt werden, in das der Diamant eingesetzt werden soll, kommen daher verschiedene Schliffe in die engere Auswahl.

Brillant

Ein Diamant mit Brillantschliff besteht (von unten nach oben) aus einem spitz zulaufenden Unterteil, einer Rondiste, einem Oberteil und einer Tafel. Mit diesem Schliff wird der Diamant in eine runde, achtzählig symmetrische Form gebracht, die mindestens 57 Facetten besitzt. Mindestens 32 dieser Facetten befinden sich auf der Oberseite des geschliffenen Diamanten, während mindestens 24 Facetten auf dem Unterteil des Diamanten angelegt sind. Der Schliff soll dem Diamanten die bestmögliche Lichtreflexion verleihen und für eine hohe Brillanz sorgen.

Diamanten, die bereits vor vielen Jahren geschliffen worden sind, können anstelle eines Brillantschliffs auch im Altschliff gefertigt sein. Der Altschliff ist der Vorläufer des Brillantschliffs und verfügt über ein etwas höheres Oberteil, eine kleinere Tafel und über eine angeschliffene Spitze. Die Rondiste ist außerdem nicht zwangsläufig perfekt rund. Dennoch ist der Altschliff gerade bei Liebhabern äußerst gefragt.

Oval

Der Ovalschliff ist ellipsenförmig. Seine Facetten entsprechen allerdings denen des Brillantschliffs. Eingesetzt wird er vor allem bei größeren Diamanten, die so als Anhänger oder als Ringstein besonders zur Geltung kommen.

Marquise

Der Marquiseschliff stellt eine leichte Abwandlung des Ovalschliffs dar. Hier werden die sich gegenüber liegenden, kürzeren Seiten des Ovals zu Spitzen geschliffen. 33 der 58 Facetten befinden sich bei dieser Schliffart im Oberteil, 25 im Unterteil. Beliebt ist er besonders, da ein Diamant mit Marquiseschliff größer erscheint, als mit einem anderen Schliff. Ringe mit diesem Schliff können den Finger zudem optisch verlängern.

Tropfen

Der Tropfenschliff besitzt von oben betrachtet eine runde und eine spitz geschliffene Seite und verfügt über 56 Facetten. Anwendung findet der Schliff bei kleineren, gerne aber auch bei großen Diamanten für Anhänger, Ringe oder Ohrringe.

Princess

Die quadratische Grundform ist neben den 57 oder 76 Facetten ein Hauptmerkmal des Princessschliffs. Die Facetten auf der Unterseite verleihen dem Princess-Diamanten, wird er von oben betrachtet, eine typische Kreuzform. Beliebt ist diese Schliffart vor allem für Diamanten, die in Ohrringe oder Solitär-Verlobungsringe eingesetzt werden. Auch ist es möglich, mehrere Diamanten mit Princessschliff lückenlos nebeneinander zu setzen, was in ideal für Memoire-Ringe macht.

Emerald

Der achteckige Emeraldschliff besitzt parallel verlaufende Facetten und abgeschrägte Ecken. Entwickelt wurde er ursprünglich für schwer schleifbare und spröde Smaragde – heute wird er allerdings auch als Schliff für größere Diamanten eingesetzt.

Baguette

Der Baguette-Schliff verleiht dem Diamanten eine große Oberfläche, den sogenannten Tafelstein, indem er in eine rechteckige Form mit geraden Seiten gebracht wird. Es handelt sich um eine historische Schliffart, die heute eher selten zur Anwendung kommt.

Reinheit

Ein Diamant

Diamanten haben normalerweise sogenannte Einschlüsse. Bei ihnen handelt es sich um Fremdkörper oder Diamantkristalle, die sich im Stein gebildet haben. Diamanten, die besonders wenige oder nur kleine Einschlüsse besitzen, können Licht deutlich besser reflektieren, als solche mit groben Einschlüssen. Experten bewerten die Reinheit eines Diamanten mit der folgenden Reinheitsskala.

AbkürzungBedeutung
IFInternally flawless (Lupenrein, keine Einschlüsse)
VVS1, VVS2Very very small inclusions (sehr, sehr kleine Einschlüsse; bei 10-facher Vergrößerung nur extrem schwer erkennbare Einschlüsse)
VS1Very small inclusions (sehr kleine Einschlüsse; bei 10-facher Vergrößerung nur sehr schwer erkennbare Einschlüsse)
VS2Very small inclusions (sehr kleine Einschlüsse; bei 10-facher Vergrößerung schwer erkennbare Einschlüsse)
SI1Small inclusions (leicht erkennbare, kleine Einschlüsse bei 10-facher Vergrößerung)
SI2Small inclusions (deutlich erkennbare, kleine Einschlüsse bei 10-facher Vergrößerung)
P1Piqué 1 (kleine Einschlüsse mit bloßem Auge gerade noch erkennbar)
P2Piqué 2 (Einschlüsse mit bloßem Auge erkennbar)
P3Piqué 3 (Einschlüsse mit bloßem Auge leicht erkennbar)

Farbe

Nicht zuletzt spielt natürlich auch die Farbe des Diamanten eine wichtige Rolle bei dessen Bewertung. Welchen Farbgrad ein Diamant besitzt, können Laien mit dem bloßen Auge nicht immer erkennen – mit der nötigen Erfahrung und spezieller Vergrößerung, erkennt der Experte die Farbe aber problemlos. Welcher Farbgrad wie zu bewerten ist, wurde von der CIBJO (Internationale Vereinigung Schmuck, Silberwaren, Diamanten, Perlen und Steine) und dem GIA (Gemological Institute of America) in den folgenden Kategorien festgelegt.

CIBJOGIAalte Bezeichnung
hochfeines Weiß +Driver (R)
hochfeines WeißEriver (R)
feines Weiß +Ftop wesselton (TW)
feines WeißGtop wesselton (TW)
WeißHwesselton (W)
leicht getöntes Weiß +Itop crystal (TCR)
leicht getöntes WeißJcrystal (CR)
getöntes Weiß +KTop Cape (TCA)
getöntes WeißLTop Cape (TCA)
getönt 1M/Ncape (CA)
getönt 2O/Plight yellow (LY)
getönt 3 bis 4Q-Zyellow (Y)