Advents- und Weihnachtszeit nutzen – Gold kaufen!

Weihnachtsbaum und Goldbarren

Zu kaum einem anderen Zeitpunkt im Jahr wird so viel konsumiert wie in der Advents- und Weihnachtszeit. Davon profitiert am Ende nicht nur der Aktienmarkt, sondern auch der Goldpreis. Wie es kommt, dass auch das Gold ein Profiteur des Weihnachtsgeschäftes ist, wie sich der Goldpreis in den Monaten November und Dezember verändert und welche Auswirkungen die ruhige Zeit zwischen Weihnachten und Silvester auf die Entwicklung des Goldkurses hat, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Darum ist Gold ein Profiteur des Weihnachtsgeschäftes

Anleger sind sich um den Einfluss des Weihnachtsgeschäfts auf die Kurse bestimmter Aktien durchaus bewusst. Welche Aktien genau profitieren, ist vor allem von der Branche abhängig. Online-Handel und stationärer Handel profitieren Umfragen zufolge inzwischen ähnlich stark vom Weihnachtsgeschäft – rund die Hälfte des Weihnachtsbudgets wird demnach im Internet ausgegeben. Betrachtet man den Anteil des Weihnachtsgeschäfts am Jahresumsatz einzelner Branchen, fällt auf, dass Unterhaltungselektronik, Bücher, Spielwaren und nicht zuletzt auch Uhren und Schmuck besonders beliebte Weihnachtsgeschenke sind. Folglich lassen sich in der (Vor-)Weihnachtszeit bei den Aktienkursen jener Branchen teils deutliche Steigerungen erkennen. Ausnahmen kann es hier natürlich immer geben.

Gleichzeitig zeigt dieser Trend allerdings auch, warum Gold während des Weihnachtsgeschäfts an Wert gewinnt: im Jahr 2020 hatten Uhren und Schmuck mit 23,3 Prozent während des Weihnachtsgeschäfts einen nahezu ebenso großen Anteil am Jahresumsatz wie die Unterhaltungselektronik mit 23,9 Prozent.

Uhren und Schmuck werden natürlich nicht ausschließlich aus Gold, sondern auch aus anderen Edelmetallen sowie aus Edelstahl gefertigt. Doch allein das Schmucksegment in Deutschland setzt jährlich etwa 3,4 Milliarden Euro um – das meiste davon stammt aus dem Weihnachtsgeschäft, da ein Großteil des hierzulande erworbenen Goldschmucks zu Weihnachten verschenkt wird. Das wirkt sich natürlich positiv auf den Goldpreis aus und lässt das Edelmetall als Anlageobjekt noch interessanter werden.

So verändert sich der Goldpreis in den Monaten vor Weihnachten

Goldbarren und Goldmünzen

Ist vom Weihnachtsgeschäft die Rede, ist damit gemeinhin das Geschäft zwischen 1. November und 31. Dezember gemeint. Die Aktivitäten rund um das Weihnachtsgeschäft, die sich dann auch auf den Goldpreis auswirken, beginnen jedoch schon weitaus früher.

Dem World Gold Council zufolge steigt der Goldpreis bereits in den Herbstmonaten um durchschnittlich 6,9 Prozent. Diese Entwicklung ist jedoch nicht rein auf eine gesteigerte Nachfrage der Schmuckindustrie zurückzuführen, die sich auf das Weihnachtsgeschäft (im Westen) vorbereitet. Der Goldpreis wird schließlich nicht nur durch die westliche, sondern durch die weltweite Nachfrage beeinflusst.

Von September bis November etwa finden in Indien die meisten Hochzeiten statt – insgesamt sind es jährlich rund zehn Millionen Paare, die den Bund der Ehe eingehen. In Indien ist es üblich, Bräute mit einer fürstlichen Aussteuer auszustatten, die in großen Teilen aus Gold besteht. Pro Hochzeit sind es im Durchschnitt dann immerhin 200 Gramm Gold, was angesichts der schieren Anzahl an Hochzeiten auf eine enorm hohe Goldnachfrage schließen lässt. Der indische Hochzeitsbrauch ist letztendlich auch ein wichtiger Grund dafür, dass rund 45 Prozent aller auf dem asiatischen Subkontinent getätigten Goldkäufe im Spätsommer und Herbst getätigt werden.

Ein weiterer Grund für den Erwerb solch großer Goldmengen innerhalb weniger Monate ist das hinduistische Lichterfest Diwali. Es findet am 15. Tag des Hindu-Monats Kartik und damit an fünf Tagen zwischen Ende Oktober und Mitte November statt. Deepawali ist ein Familienfest, bei dem sich die Menschen gegenseitig besuchen und beschenken. Unter den Geschenken findet sich oftmals auch Gold, das den Kerzenschein reflektiert, der zu diesem Lichterfest natürlich nie fehlen darf.

Noch während in Indien Diwali gefeiert wird, beginnen im Westen bereits die Weihnachtseinkäufe. Nun sind es die christlichen Länder, die den Goldpreis positiv beeinflussen – laut World Gold Councils zwischen Anfang November und Ende Dezember im Durchschnitt immerhin um rund fünf Prozent.

So verändert sich der Goldpreis zwischen Weihnachten und Silvester

Goldbarren und Charts

Zwischen Weihnachten und Silvester beruhigt sich der Markt zwangsläufig – die Weihnachtsfeiertage machen weiteren Konsum und damit auch den Kauf von Goldschmuck und Co. zumindest im stationären Handel unmöglich. Bis Silvester werden zwar einige Weihnachtsgeschenke umgetauscht – doch auch das hat im Grunde kaum einen Einfluss.

Tatsächlich konnte goldreporter.de in dem Zeitraum von 2000 bis 2016 einen leicht positiven Trend des Goldpreises zwischen Weihnachten und Neujahr erkennen. So soll der Euro-Goldpreis zwischen dem letzten Handelstag vor Weihnachten und dem Jahresschlusskurs durchschnittlich um 0,34 Prozent zugelegt haben.

Auch in 2017 sowie in den darauffolgenden Jahren ist der Goldpreis – nicht nur durchschnittlich, sondern jedes Jahr – zwischen Weihnachten und Silvester gestiegen.

JahrEntwicklung (in Euro)Anstieg
20171.067,44 - 1.084,831,63 Prozent
20181104,22 - 1119,421,38 Prozent
20191334,58 - 1.352,781,36 Prozent
20201.537,14 - 1.539,860,18 Prozent

Im Durchschnitt ergibt sich innerhalb der letzten vier Jahre zwischen Weihnachten und Silvester folglich sogar ein Zuwachs beim Goldpreis von 1,14 Prozent. Obwohl auf dem Markt die nötigen Impulse fehlen, scheint die ansonsten ruhige Woche zwischen den Feiertagen für Anleger und Edelmetall-Interessierte doch recht spannend zu werden.

Das beeinflusst den Goldpreis nach Weihnachten und Neujahr

Das beeinflusst den Goldpreis nach Weihnachten und Neujahr

Während im Westen nach den großen Weihnachtseinkäufen für viele erst einmal sparen angesagt ist, will die Nachfrage nach Gold dennoch nicht so richtig sinken. Im Februar nämlich steht das chinesische Neujahrsfest an, zu dem traditionell Goldschmuck verschenkt wird. Bei einem Schmuckmarkt, der umgerechnet jährlich rund 57,3 Milliarden Euro umsetzt und damit größer als der Schmuckmarkt Indiens oder der USA ist, lässt es sich leicht vorstellen, wie groß der Einfluss des Neujahrsfestes in China auf den Goldpreis sein kann.

Diesen Einfluss haben Algorithmen und Spekulanten auf den Goldpreis rund um Weihnachten

Die Hochzeitssaison in Indien, das Lichterfest Diwali, Weihnachten und das chinesische Neujahrsfest haben mitunter einen großen, zumeist positiven Einfluss auf die Entwicklung des Goldpreises. Das ist Spekulanten sowie Algorithmen, die beim Investieren helfen sollen, natürlich ebenfalls bekannt und so kommt es, dass Jahr für Jahr versucht wird, saisonalen Ereignissen vorzugreifen – also bereits zu investieren, bevor sich das saisonale Ereignis auf den Goldpreis auswirkt. Mit dieser Strategie lassen sich durchaus Gewinne machen. Allerdings hat sie auch zur Folge, dass die Saisonalität als Preisfaktor unter Spekulanten und Algorithmen immer früher im Jahr wichtig wird.

Wer in Gold investieren möchte – ob nun lang- oder kurzfristig -, sollte sich daher nicht nur mit der Goldpreisentwicklung und den damit zusammenhängenden Ereignissen befassen. Wichtig ist auch, das Verhalten anderer Anleger im Auge zu behalten. Aktuell wirken sich die in diesem Beitrag genannten, saisonalen Ereignisse, ähnlich einer Kettenreaktion ab Juli des laufenden Jahres auf den Goldpreis aus. Bei genauer Beobachtung der Goldpreisentwicklung kann es sich daher in manchen Jahren lohnen, Gold nach Februar und vor Juli zu kaufen oder zu einem günstigen Zeitpunkt zwischen Juli/August und Januar/Februar zu verkaufen.