Der Unterschied zwischen historischen Münzen und Anlagemünzen

Anlagemünzen

Wer sich mit Edelmetallmünzen beschäftigt und in Zukunft einige Exemplare erwerben möchte, sollte sich zuallererst darüber klar werden, was er mit dem Kauf eigentlich bezwecken möchte. Münzen aus Gold, Silber und Co. unterscheiden sich nämlich nicht nur in ihrer Prägung. Auch ist eine Unterscheidung dahingehend wichtig, ob es sich um Sammlermünzen mit historischem Wert oder um Anlagemünzen handelt. Wer von Münzen und ihrer Historie fasziniert ist und die Münzen lieber aufbewahren und ein Leben lang besitzen möchte, ist mit historischen Münzen meist besser beraten, als mit Anlagemünzen. Wer sich von Edelmetallmünzen jedoch erhofft, Vermögen schützen oder gar Gewinne erzielen zu können, der setzt meist auf Anlagemünzen.

Was sind historische Münzen und wodurch zeichnen sie sich aus?

Historische Münzen haben, wie ihr Name bereits vermuten lässt, einen gewissen historischen Bezug. Bezeichnet werden Gold- und Silbermünzen sowie Münzen aus anderen Metallen nur dann als historisch, wenn sie auch tatsächlich Teil der Geschichte sind und heute nicht mehr geprägt werden. Beispiele für solche Münzen sind etwa die Reichsmarkmünze, die Silbermark des Deutschen Kaiserreichs oder auch die britische Sovereign.

Historische Münzen sind besonders für Sammler, in Einzelfällen aber auch für Anleger und gewinnorientierte Münzkäufer interessant. Münzsammler schätzen die historischen Stücke nicht nur wegen ihres Materialwertes. Sie messen den Münzen einen historischen, oftmals auch einen gewissen ideellen Wert bei und interessieren sich nicht selten auch für weitere Andenken und Gegenstände aus der betreffenden Zeit. Historische Münzen sind folglich ganz klassische Sammlermünzen, also Münzen, die aufgrund von Seltenheit, hohem Alter und anderen besonderen Eigenschaften bei Sammlern für besonderes Interesse sorgen. Nicht zu verwechseln sind die historischen Stücke mit Gedenkmünzen, die ebenfalls zu den Sammlermünzen zählen. Gedenkmünzen werden auch heute regelmäßig geprägt, entweder zur Ehrung besonderer Ereignisse oder speziell für den Verkauf an Sammler.

Einige historische Münzen – gerade seltene Stücke in gutem Zustand – sind aber auch für Anleger interessant, die sich weniger aus der Historie der Münze und mehr aus den potenziell zu erzielenden Gewinnen bei einem späteren Verkauf machen. Oft ist der Anschaffungspreis bei eben solch seltenen, gut erhaltenen historischen Münzen höher, als jener für Anlagemünzen. Allerdings lässt sich häufig darauf spekulieren, dass die Prägung im Laufe der nächsten Jahre oder Jahrzehnte allein aufgrund ihres fortschreitenden Alters an Wert gewinnt. Gleichzeitig kann oft auch davon ausgegangen werden, dass sich der aktuelle Bestand der jeweiligen Prägung über die Jahre weiter reduziert.

Was sind Anlagemünzen und wodurch zeichnen sie sich aus?

Anlagemünzen, auch Bullionmünzen genannt, besitzen einen hohen Materialwert und sind damit in der Anschaffung oft sogar deutlich teurer, als historische Münzen. Der Wert der Münze ist vor allem von dem Edelmetall abhängig, aus dem es gefertigt ist sowie von dessen aktuellen Kurs. Steigt der Kurs des entsprechenden Edelmetalls, steigt auch der Wert der Anlagemünze. Sinkt der Edelmetallkurs, sinkt der Münzwert. Der Wert von Anlagemünzen ist also maßgeblich von ihrem Materialwert abhängig. Zugleich hat aber auch die Art der Münze einen gewissen Einfluss auf den Preis. Der Wiener Philharmoniker sowie der Maple Leaf Gold verfügen beide über eine Reinheit von 999/1000. Eine Unze Maple Leaf Gold des Jahres 2021 kostet aktuell (Stand: 9. Dezember 2021) rund 1.630,50 Euro, während eine Unze Wiener Philharmoniker des Jahres 2021 aktuell rund 1.625 Euro in der Anschaffung kostet. Die Preisunterschiede scheinen zunächst einmal nicht gering, können beim Kauf mehrerer Münzen den Kaufpreis aber durchaus beeinflussen.

Anlagemünzen werden, anders als historische Münzen, meist unbegrenzt ausgegeben. So wird der Wert der Münze in der Regel nicht durch die Häufigkeit der Prägung bestimmt. Allerdings werden viele Anlagemünzen periodisch neu gestaltet, sodass nach einigen Jahren oder Jahrzehnten ein gewisser Seltenheitswert den Preis beeinflussen könnte.

Auf solche Zufälle wird in der Regel allerdings nicht spekuliert. Anlagemünzen werden vor allem von Anlegern geschätzt, die einen Teil ihres Vermögens in physische Edelmetalle investieren möchten – etwa um das Vermögen in Krisenzeiten zu schützen.

Da es heute viele verschiedene Anlagemünzen gibt, die teils mit sehr imposanten Prägungen versehen sind, werden diese Münzen manchmal aber nicht nur gekauft, um als Anlage zu dienen. Gerade Münzserien regen dazu an, die einzelnen Exemplare zu sammeln – obwohl kein wirklicher Sammlerwert gegeben ist.